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Verehrte Festgemeinde,

liebe Gäste aus nah und fern,

treue Hammelbrüder,

 

als Vertreter der Hausener Kirmesburschen heiße ich Euch zu unserem heutigen Festumzug auf das herzlichste willkommen.

Wieder haben wir uns hier versammelt, um unser 61. Hammelausreiten in

altbekannt würdiger Form zu begehen.

Auch im ersten Jahr nach dem großen Jubiläum haben wir über Begebenheiten und außergewöhnliche Vorkommnisse in unserem kleinen Dörfchen nach Hammelbruderart zu berichten.

Unser diesjähriger Hammel mit dem Namen “Quentin der Quadfahrer“ hat zahlreiche Untaten verübt, die hier bekannt gemacht werden müssen.

Wir schicken jetzt Reiter und Wagen aus, um diesen Übeltäter, getarnt im Schafspelz, zu ergreifen.

 

Reiter und Wagen schwärmt aus!

 

Nachdem die Reiter ausgeschwärmt sind, um den Hammel vor dieses außergewöhnliche Gericht zu stellen, beginnen wir mit der Verlesung der Anklagepunkte:

 

Ein Jahr nach einem gelungenen Kirmesjubiläum können die Burschen erleichtert und motiviert in das 7. Jahrzehnt des Vereins starten.

Viele Aufgaben und Herausforderungen der heutigen Zeit, wie zum Beispiel die Gewinnung weiterer Vereinsmitglieder und die Verbesserung der Zuverlässigkeit einiger weniger Hammelbrüder, müssen zwar gemeistert werden,

trübt aber bei niemandem die Lust am Kirmes feiern.

 

Ein stimmungsmäßiges Highlight zum Jubiläum war der Kirmestanz.

Als sich die Kapelle in weißen Anzügen auf den Tischen unserer Kirmesgäste verteilte und mit Blasinstrumenten einheizte, war die Stimmung auf dem Höhepunkt.

Am Kirmessonntag schlug der Hammel gleich das erste Mal zu, als er bei der Aufstellung der Burschen vor der Kirche unserem neuen Pfarrer einen päpstlichen Friedensgruß zukommen ließ. Diese Amtsanmaßung ging später beim Umzug weiter als er Mensch, Tier, Feld und Flur und sogar die Kirche segnete. 

 

Freudig gespannt und doch wehmütig standen die Burschen unserem jahrelangen Festredner ein letztes Mal auf dieser Bühne zur Seite. Alle wussten, dass er mit der Jubiläumsrede in den Hammelruhestand gehen möchte.

Für eine eindrucksvoll geprägte Ära und einen unvergesslichen Meilenstein in der Hausener Kirmesgeschichte danken dir, lieber Manfred, nicht nur die Kirmesburschen, sondern auch alle Fans der Hausener  Kirmes!   

 

Der Umzug war mit wunderbarem Wetter und wieder einmal viel Prominenz wortwörtlich jubiläumswürdig.

Erfreulich ist auch, dass sich jedes Jahr immer mehr Kinder mit super Ideen hier beteiligen.

Nach einer doch kurzen künstlerischen Pause zur Regenerierung von anstrengenden Tourneen ist es gelungen, unsere dorfeigenen Kirmesmusikanten, die dem Vorstand jahrelang mit Noten und Gesang beim Ständchenbringen zur Seite standen, von einem Comeback zu überzeugen.  

 

Schon vor der Fertigstellung der meisten Kirmeswagen konnte man die Wirkung des von der Klapperfahrtpolizei aufgestellten dorfeigenen Starenkastens schmunzelnd beobachten. Dem Hammel, als einer von vielen aus Richtung Niederorschel in unseren Ort regelrecht einfliegenden Verkehrsteilnehmern, blieb nur noch die Vollbremsung, um nicht den Führerschein zu verlieren.

Froh gelaunt und ein wenig angetrunken verließ ein Bursche zu späterer Stunde unser Gemeindehaus nach dem diesjährigen Hammelessen, um den Heimweg anzutreten.

Nichts Böses ahnend wurde ihm von Quentin aufgelauert. Dieser hinterhältige Bock stellte ihm gleich mehrere Beine und unser Bursche stürzte so übel in die Hecken, dass auch noch Tage später heftige Blessuren zu sehen waren.

 

Den Winter hat unser Dörfchen in dieser Saison ohne große Schäden überstanden.

Ohne extrem lange Frostperioden und Schnee in normalen Mengen ließ sich nur teilweise zeigen, was das neu angeschaffte Gemeindemultifunktionsfahrzeug alles kann. Dass dieses Hightech-Fahrzeug nicht nur optisch eine Menge hermacht, sondern auch viele technische Innovationen versteckt, macht sich vor allem am ökologisch gesunkenen Verbrauch an Streusalz in der Gemeinde bemerkbar.

Schade ist nur, dass es nicht so wie andere gemeindedienliche Fahrzeuge

zur Produktion von Brennholz im Wald geeignet ist.

 

Unsere Hausener Karnevalisten überraschten in der vergangenen 5. Jahreszeit einmal mehr ihr Publikum. Des Hammels hinterhältiger Schachzug, im Ort zu verbreiten:

„Ist denn dieses Jahr Fasching oder nicht?“, ging nicht auf.

Ein neues bis jetzt noch unentdecktes und hochtalentiertes Trainerpärchen formte unsere junge Garde zu fernsehreifen Tanzauftritten.

Ein Karnevalspräsident der so schön über die Zahl 7 philosophierte, dass die Leute das Trinken vergaßen, setzte Akzente. Man hatte fast das Gefühl, er wollte sich bei einigen Karnevalisten – jenseits des Dammes – rechtfertigen nur einen 7er Rat zu haben.

Eine völlig unnötige Sorge, wenn man dagegen die jährliche Zuschauerzahl in Hausen auf der anderen Seite der Bühne sieht.

Ein volles Haus, wie jedes Mal, ist der beste Beweis für gelungene Abende.

Bühne frei hieß es auch, als ein berühmtes Moderatorenpärchen aus dem australischen Dschungel einen Star nach dem anderen aus dem Ärmel schüttelte.

Was allerdings für die meisten Kandidaten keinen guten Stern bedeutete, als es lauter „undefinierbare Leckereien“ zu verzehren und zu erraten galt.

 

Große Sorge hingegen macht in unserem Ort die Entwicklung um unsere Kirchengemeinde.

Seit der Abschaffung der Kaplanstelle vor 2 Jahren und dem endgültigen verdienten Ruhestand zweier Seelsorger aus Nachbargemeinden, steht für unsere 2 übrig gebliebenen Priester die Frage: „Welcher Hirte kann gleichzeitig an mehreren Orten sein, um allen seinen Schäfchen gerecht zu werden?“

Sonntagsmessen nur noch im 2-Wochentakt, Gebetsstunden ohne Pfarrer, Sammeltaufen, eine ausgefallene Osternachtsmesse und Fronleichnamsprozession, und die hoffentlich einmalige Verlegung des Patronatshochamtes auf Samstagabend vor den Kirmestanz besorgt nicht nur die Heilige Katharina.

 

Seit Monaten wird unser beschauliches Örtchen durch tosenden Lärm erschüttert. Das neueste Lieblingsspielzeug einiger Einheimischer, aber auch vieler auswärtiger Fahrer – ein Motorrad auf 4 Rädern – macht nicht nur jungen Familien Sorge.

Tagsüber kann man nur noch vorsichtig einen Fuß vor die eigene Haustür setzen und abends wirft der Lärm gerade eingeschlafene Kinder förmlich aus ihren Betten.

Sorgfältig angelegte ökologische Traktorspuren in der Hausener Flur werden regelmäßig aufgepflügt, frisches Grün hat hier keine Chance.

Der heutige Angeklagte soll nach bewiesenen Indizien Anführer dieser Raudis sein.

 

Einen riesen Schrecken bekam unser Dorfschulze als er eines Abends vor seiner

Haustür stand und den leeren Parkplatz seines Autos erblickte.

Eine Diebesserie die eh gerade in Hausen umging und auch vor einheimischen Vorgärten keinen Halt machte, ließ ihn schnell kombinieren und das Schlimmste vermuten.

Kurz vor der Alarmierung der Klapperfahrtpolizei erinnerte er sich doch an die letzte

Position seiner Familienkutsche. Diese stand nämlich noch weiter unten im Winkel

von wo aus er zu Fuß – noch ganz in Gedanken versunken  um den geforderten Grillplatz für die Allgemeinheit – den Heimweg angetreten hatte. (Satz besprechen.)

    

Nicht mehr ganz Herr seiner selbst war der Hammel, als er sich zu späterer Stunde auf einer Geburtstagsfeier auf die Empore verlief.

Als ihm dort Essen und Trinken angeboten wurde, ahnte niemand was er mit dem Buffet anrichten würde. Ungenießbar waren einige Speisen, die mit Bowle, Bier und Kerzenwachs umdekoriert wurden und die Treppe runter bis zur Kneipe zierten. Schließlich bekam ihm das Verzehrte nicht gut und es hatte Endstation im Urinal der Gemeindeschänke erreicht. Die Reinigungsarbeiten für den Veranstalter rundeten die ganze Feier mit wunderbaren Erinnerungen ab.

 

In Kooperation mit Petrus führte Quentin die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr wettermäßig förmlich an der Nase herum, als es um die Organisation des Osterfeuers ging. Auf Grund der unbeständigen Wetterlage war guter Rat teuer, ob eine Durchführung sinnvoll ist oder nicht. Als die Entscheidung gegen das Osterfeuer gefallen war, riss der Himmel auf und der Hammel hatte seine nächste Markierung auf dem diesjährigen Kerbholz sicher.

Verärgert darüber zogen die Kameraden sich in private Gefielde zurück, zündeten den Grill an, um verderbliche Waren nicht umkommen zu lassen.

Weitere Vorräte und unzählige Arbeitsstunden waren jedoch nicht umsonst, denn das anstehende Maifeuer war schon in greifbarer Nähe.

Der unermüdliche Einsatz der Kameraden für die Kinder des Ortes war weiter ungebrochen. Ein eigens aufgebautes wunderschönes Klettergerüst war die Attraktion vieler Kinder, nicht nur aus den eigenen Reihen.       

Dagegen sorgte ein brennender Misthaufen in der Hausener Flur für große Aufregung.

Als dicke schwarze Rauchwolken gen Himmel stiegen und die Sirene ausdauernd ertönte war allen klar: „Das ist jetzt keine Übung“

Feuerwehren aus dem ganzen Umfeld des „Eichfelder Kessels“ mussten anrücken, um diesem Brand fachmännisch den Gar auszumachen. Wegen chronischer Personalnot wenn es drauf ankommt und hauptsächlich minderjähriger verfügbarer Hausener Feuerwehrmännern blieb für das ortseigene Einsatzfahrzeug inklusive Notbesatzung nur die Bewachung des wasserversorgenden Hydranten.

 

Fast in Kontakt mit einem Abschleppwagen geriet Quentin, als er die lebenswichtige Zufahrt des Feuerwehrhauses mit seinem Auto blockierte, erst durch ein Hupkonzert und die auftönende Sirene des Einsatzfahrzeuges wurde er auf sein Vergehen aufmerksam und entkam gerade noch teuren Konsequenzen.

In der Zufahrtstrasse abgestellte Kleinkrafträder werden dagegen ohne große Probleme geduldet und dafür auch mal zur Erledigung eines eigenen Weges in Gang gesetzt.

 

Zurückblicken können wir auch auf eine heiße Saison vor der Großbildleinwand in der Gemeindeschänke.

Fußballfans in den tollsten Vereinskostümen versammelten sich vor „Schorschs Leinwand“, um mit ihren Mannschaften große Titel zu feiern.

Zusammen beim Sport zu sitzen und das ein oder andere Glas zu leeren, hat auch schon viele Fans aus Nachbargemeinden in unser idyllisches Örtchen gelockt.  

Dagegen nur sehr schleppend lief leider das „Public Viewing“ der Fußball-EM an.

Gleich das erste Deutschlandspiel konnte wegen Saalüberbuchung nicht live übertragen werden.

Ortsansässige Fans mussten sich unter viele schwarz gekleidete, langhaarige Konzertgäste einer groß organisierten Fete auf dem Damm mischen, die des Fußballs zuliebe sogar zwei Stunden ihre laute Livemusik unterbrachen und mitfieberten.   

 

Kaum seinen Augen trauen, konnte der Hammel, als er zu Christi Himmelfahrt eine Gruppe Hausener Väter im „Kallmeröder Wäldchen“ dabei beobachtete, wie sie sich ihren Versorgungskarren, für ein paar Flaschen Bier, von einer sich verirrten Gruppe Breitenhölzer Männer fast den restlichen Weg ziehen ließen.

Auf so eine hinterhältige Idee wäre nicht mal er gekommen.

 

Wegen Wartungsarbeiten an der Straße zum Bahndamm, konnte bei einigen Dorfbewohnern und vor allem auswärtigen Autofahrern beeindruckende Fähigkeiten und Ideenreichtum beobachtet werden. Hier stand die Frage:

„Wie erreiche ich bei Sperrung der Ortszufahrt mein Heim auf dem kürzesten Wege, ohne die Umleitung in Kauf zu nehmen?“

Einbahnstraßen wurden außer Kraft gesetzt, Absperrungen einfach zur Seite geschoben, Abkürzungen über Feld, Flur und Fußwege hätte hier einige Führerscheine kosten können. 

 

Dafür erfreuliches gibt es dieses Jahr vom Kleinfeldturnier zu berichten, die Zuschauerzahlen stiegen gegenüber dem Vorjahr sprunghaft an, eine höhere Teilnahme der einheimischen Mannschaften stimmte den Veranstalter froh.

Als die Kirmesburschen im Halbfinale einen nervenaufreibenden 9-Meter-Krimi beim Kampf der Torwarttitanen unseres Ortes für sich entscheiden konnten, schnellte ein Gefühl der Hoffnung in den Spielern hoch.

Im Endspiel gegen die uns immer die Treue haltenden Wölfe aus der Spedition in Leinefelde gelang der unfassbare Sieg.

Der jahrelang anhaltende Vizefluch war gebrochen.

 

Mit einem Hammelbrudergruß an unsere Nationalmannschaft:

 

“So holt man Titel!“  

 

Das Waldsportfest fand auch in diesem Jahr ohne auswärtigen Profifußball statt.

Die Dorfmeisterschaft, die diesmal am Sonntag ausgetragen wurde, holte sich nach einem kurz schwächelndem letzten Aufeinandertreffen wieder das Unterdorf.

Da konnte auch unser berühmter Stadionsprecher nichts daran ändern, als er das Anschlusstor vom Oberdorf forderte und auch prompt bekam.

Ähnlich wie zum Kleinfeldturnier entschieden auch hier unsere dorfeigenen Torwarttitanen im Elfmeterschießen den Endstand.

Einmal mehr hatte unser Stadionsprecher wieder großen Anteil an der guten Stimmung auf der Heide. Da ist es auch egal, wenn während der Kommentierung wichtige Spielstände nicht bekannt gegeben werden.

Auch der im letzten Jahr vermisst gemeldete Harderholzpokal ist wundersamerweise wieder aufgetaucht. Es wird noch geprüft, ob der nicht ausgegebene Pokal oder eine zu starke Hausener Kirmesburschenmannschaft der Grund war, das diesmal nur ein Gegner das Turnier angetreten hat. Der Pokal blieb natürlich in Hausener Hand.

 

Beim Ausflug der Kirmesburschen mit einem Kremserwagen gab es die eine oder andere Hürde zu überwinden. Erst war das Gefährt wider Erwarten leicht überfüllt, dann kam die Fahrt schnell ins Stocken, als plötzlich der Waldweg durch umgestürzte Bäume versperrt war.

Durch das beherzte Handeln eines Burschen, der von zu Hause mit einer Kettensäge herbeieilte und alle gemeinsam den Weg räumten, konnte das Abenteuer fortgesetzt werden. Denn in diesem Jahr hatten sich die Burschen eigentlich auf ein ruhigeres und weniger skandalöses Event als im Vorjahr eingerichtet, um auch die letzten Burschengattinnen davon zu überzeugen, dass ihre Aktivitäten in Pullman City „höchstwahrscheinlich“ doch eine Ausnahme bleiben werden.

Als einige misstrauische Frauen zur weiteren Ermittlung das diesjährige gleiche Event in der Westernstadt besuchten, ertappten sie trotzdem wieder einige Hammelbrüder mit jeder Menge Bargeld in der Hand an der silbernen Stange, zwar diesmal ohne Vereinsidentifizerung aber in den gleichen skandalösen Posen.     

 

Einer Hand voll Ruheständlern und einigen fleißigen Häuslebauern haben wir es zu verdanken, dass wir auch zu dieser Kirmes über Bauprojekte in unserem Ort berichten können. Die engagierten Rentner kümmerten sich um die nun doch schon langsam in die ersten Jahre gekommene Außenfassade unseres Gemeindesaals, auch das Bebauungsgebiet kann sich über das erste von weiteren neuen Wohnhäusern in seinen Reihen freuen.

 

Dass Sport bei uns einen großen Stellenwert hat, ist allgemein bekannt.

Radfahrer, Tischtennisprofis, Volleyballer und die berühmten Stöckler aus dem Harderholz bekommen seit diesem Herbst wieder tierische Konkurrenz.

Das seit langer Zeit eingeschlafene Hähnekrähen wurde von ausgeschlafenen Geflügelfans des Ortes wieder zum Leben erweckt.

Dieses aus der Vergangenheit bekannte Spektakel um das ausdauernste und wohlklingenste Tier gewann ein Hahn aus der Schöllbornstraße.

 

Auch im nächsten Jahr soll es hier in unserem Heimatort wieder heißen:

 

„Kirmes soll sein!“

 

Wir freuen uns heute schon wieder auf alle Gäste, einheimische, altheimische und die, die extra über Land kommen, um uns hier jedes Jahr die Treue zu halten!

 

In diesem Sinne und im Namen aller Hammelbrüder wünschen wir noch frohe und nette Stunden hier.

 

Bleibt gesund und munter! Bis zur nächsten Kirmes grüßen:

 

Die Kirmesburschen

 

© 2012, Autor: David Schäfer

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